Kleine Geschichte der Sozialpsychiatrie

Mittelalter:
Versorgung psychisch Kranker durch Klöster und andere christliche Einrichtungen, aber auch vielfach gesellschaftliche Ausgrenzung, z.B. Einmauern in „Narrentürmen“.

Ende des 18. Jahrhunderts:
Erste psychiatrische Hospitäler, zuerst in Frankreich, im 19. Jahrhundert in Deutschland.
Die Hospitäler werden abseits der Städte errichtet, die Kranken arbeiten in den landwirtschaftlichen Betrieben der Anstalten.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts:
Zunehmende sozial- und psychiatrische therapeutische Bemühungen, z.B. „Arbeitstherapie“ – aber auch dunkelste Periode der Psychiatriegeschichte in der NS-Zeit mit gezielter Ermordung psychisch Kranker.
Nach dem 2. Weltkrieg Stagnation der psychiatrischen Entwicklung bei immer höheren Aufnahmezahlen und Belegung der Heil-und Pflegeanstalten.
Einführung der modernen Pharmakotherapie.

1975:
Der Bundestag beschließt die „Enquete“, eine Bestandaufnahme der psychiatrischen Versorgung in Deutschland.
In der Folge kommt es zur „Psychiatriereform“: Rückgang der Bettenzahlen in Kliniken und Anstalten, Einführung von Sozialpsychiatrischen Diensten in den Gemeinden; Entstehung psychiatrischer Hilfsvereine für den ambulanten Bereich; Arbeitsangebote in den Gemeinden für psychisch Kranke.

Hier und heute:
In Tuttlingen entwickeln wir seit 1980 ein Netz komplexer Hilfen für Leben, Arbeit und Wohnen für psychisch Kranke.

 

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